Bruce Miller

Die Möglichkeit einer echten Schule

Reshad Feilds Institut für bewusstes Leben in Los Angeles 1975

Reshad Feild mit Scheich Suleyman Dede in Kalifornien 1975.

Reshad Feild und Scheich Suleyman Dede (3. v. r.), Kalifornien 1975.
Foto © Reshad Feild / Chalice Verlag

Heutzutage ist es für die Menschen schwer, das tief empfundene, häufig sentimentale Phänomen richtig einzuschätzen, das den Anbruch des New Age charakterisierte.

Heutzutage ist es für die Menschen schwer, das tief empfundene, häufig sentimentale Phänomen richtig einzuschätzen, das den Anbruch des New Age charakterisierte.

Während fünfundzwanzig Jahren, vom Watergate-Skandal bis zum Anschlag auf das World Trade Center, hatte ich einen spirituellen Lehrer. Ich bin mir nicht sicher, ob Menschen heutzutage noch spirituelle Lehrer haben oder ob das überhaupt ein guter Gedanke ist. Wie mein Freund und Mentor Mory Berman zu mir gesagt hatte, als ich noch am College war: »Der Gipfel der Schelmerei ist es, so tief zu sinken, dass man versucht, Dinge zu lehren, die kein Mensch begreifen kann.«

Ja, mein spiritueller Lehrer war ein Schelm. Ich kam gerade frisch von der Filmschule, als ich ihn 1974 in Los Angeles auf einem »Festival des Lichts« in der Masonic Hall über der Baskin-Robbins-Eisdiele im Stadtteil Larchmont traf. Ironischerweise wird heute an derselben Stelle ein Yoga-Zentrum betrieben, das bei vielen den Spitznamen »Starbucks der Spiritualität« trägt.

Heutzutage ist es für die Menschen schwer, das tief empfundene, häufig sentimentale Phänomen richtig einzuschätzen, das den Anbruch des New Age charakterisierte. Wie viele andere erhielt auch ich damals, unterstützt von einer Dosis organisch angebautem Meskalin, einen flüchtigen Einblick in eine Welt reinen Bewusstseins. Nachdem sich auf dem Bergkamm des Reyes Peak, 2300 Meter über dem Pazifischen Ozean, die Schleier der Illusion kurzzeitig gelüftet hatten, blieb mir keine andere Wahl, als mich auf die Suche nach Wissen zu begeben. So brachte mich dieser Durst unvermeidlich zum Festival des Lichts.

Reshad Feild 1974.

Reshad Feild 1974. Foto © Bruce Miller

Unter all den Marktschreiern und spirituellen Träumern, die auf dem Programm standen, fiel mir ein Engländer mit schütterem Haar, Bart und einer pelzgefütterten Lederweste auf. Er stand in der Eingangshalle und demonstrierte einer jungen Frau eine Wünschelrute. Ich beobachtete fasziniert, wie sich der festgehaltene Stab fast einer physischen Erektion gleich hoch in Richtung seiner Brust verbog.

»Schau her, ich mache gar nichts«, prahlte er vor der Frau. Ich war mir nicht sicher, was genau er zu beweisen versuchte.

Meine Neugier wuchs, als der Typ mit der Wünschelrute, vorgestellt als Reshad Feild, die Bühne betrat. Er war ein Britischer Aristokrat, geboren als Timothy Feild, ein esoterischer Heiler, New-Age-Autor, Antiquitätenhändler, Mentor der Schauspielerin Ellen Burstyn [/] und, natürlich, ein Wünschelrutengänger. Reshad übersprang den ganzen esoterischen Babybrei und kam direkt zur Sache.

»Ich bin heute hier, um euch die Möglichkeit anzubieten, in einer echten Schule mitzuarbeiten«, kündigte er an. »Eine echte Schule erscheint, wo und wann sie gebraucht wird. Nach vierzig Tagen, wenn sie ihren Zweck erfüllt hat, wird sich die Schule wieder auflösen, verschwinden und, falls es nötig sein sollte, in einer neuen Form an einem anderen Ort wieder auftauchen.«

Diese Art von Einmaligkeit, die hier angeboten wurde, gefiel mir. Reshad zeichnete ein Bild von einer Welt, die aus dem Gleichgewicht geraten war, und sprach von der Notwendigkeit, dass die Menschen ihr Leben dem Dienst an Gott und an der Menschheit verschreiben. Er erklärte uns, dass es Individuen brauche, die esoterisches Wissen bewahren können und lernen, wie man bewusste Energien aufrechterhält, während die Welt aus den Schienen springt.

»Der Zweck dieser Schule besteht darin, die bestmöglichen Bedingungen für Menschen bereitzustellen, damit sie lernen können, mit Energien zu arbeiten«, erklärte Reshad weiter. »Wir legen das Fundament für das, was als Zweiter Zyklus der Menschheit bezeichnet wird. Dieser Wandel kann durch die Transformation des Bewusstseins geschehen, die es zu dieser Zeit braucht.«

Reshads Ankündigung appellierte an mein tief sitzendes Gefühl, dass sich die Welt in einer schöpferischen Umwälzung befand. Ich war in den Sechzigerjahren aufgewachsen – einer Dekade, die Amerika in eine kulturelle seismische Verwerfung gestürzt hatte. Erst wenige Wochen zuvor hatten Nixons Schande und sein Rücktritt das Land endgültig in die Dunkelheit gestoßen, und so schien ein Zweiter Zyklus der Menschheit vollkommen plausibel. Also meldete ich mich an.

Institute for Conscious Life, Los Angeles 1975.

Foto © Bruce Miller

Ein paar von uns stürzten sich mit einer Leidenschaft wie der von Kevin Costner im Film Feld der Träume in Reshads Mission. Einen Monat lang arbeiteten wir uns durch die Immobilienanzeigen in den Zeitungen (das war noch lange vor dem Internet), bis uns schließlich ein heruntergekommenes Gutshaus in einer zwielichtigen Gegend im Wilshire District zuflüsterte: »Mietet mich, und er wird kommen.« Wir unterzeichneten den Mietvertrag, Reshad tauchte auf, und damit startete das Institut für bewusstes Leben.

Ich hatte keine Vorstellung davon, wozu ich mich verpflichtet hatte, und zögerte deshalb, als Reshad mich fragte: »Bruce, machst du mit?« Ich war ununterbrochen damit beschäftigt gewesen, dieses Unterfangen anzuschieben, und folglich war mein Einzug nur der nächste logische Schritt. Also sagte ich Ja und verließ meine Komfortzone in Malibu.

 

Reibungshitze für den Kochtopf der Transformation

Das Institute for Conscious Life verband den Sufismus und die Lehren von G.I. Gurdjieff [/] mit Reshads tiefem esoterischen Wissen. Obendrein führte er auch einiges aus der Etikette seiner aristokratischen Herkunft und ein paar Regeln aus der Britischen Marine ein, inklusive der Tagesperson und der Nachtwache. Angetrieben wurde das ganze Experiment von Reshads fesselnder Ausstrahlung und seiner Vorliebe für das Rampenlicht.

Institute for Conscious Life, Los Angeles 1975.

Foto © Bruce Miller

Eines Abends, nach einem langen Tag voller Dramen und bombastischer Anstrengung, packte Reshad seine Gitarre aus. Vor seiner spirituellen Laufbahn hatte er mit der Pop-Legende Dusty Springfield [/] gesungen, und so endeten die meisten Abende mit seiner stattlichen britischen Tenorstimme. Als Reshad “The First Time Ever I Saw Your Face”, den von seinem Folk-Mentor Ewan MacColl [/] komponierten Song, anstimmte, erfüllte eine verschwommene spirituelle Sehnsucht den Raum. In diesem Zusammenhang war es seltsam, später zu erfahren, dass derselbe MacColl Reshad dazu geraten hatte: »Mister Feild, Sie müssen Ihre Gefühle aus Ihrer Stimme raushalten.«

Am nächsten Tag schmolz meine jüdische Skepsis endgültig dahin, als Reshad mich einlud, mit ihm ein Sandwich essen zu gehen. Wir spazierten zum Wilshire Boulevard in ein Gartenrestaurant. Wie aufs Stichwort schwebte Roberta Flack mit dem Song “The First Time Ever I Saw Your Face” durch die Stereoanlage. Hin und weg von solcher Synchronizität war ich nun ganz und gar dabei.

Reshad gestaltete das Institut für bewusstes Leben nach dem Vorbild von Gurdjieffs Institut für die harmonische Entwicklung des Menschen, seiner straffen Schule, die er 1922 in der Nähe von Paris gegründet hatte [siehe auch: John G. Bennett: Das Durchqueren des großen Wassers]. Gurdjieff war wahrscheinlich der schöpferischste esoterische Denker des zwanzigsten Jahrhunderts. Als junger Mann hatte er entlegene Quellen esoterischen Wissens ausfindig gemacht und seine Erkenntnisse später in einer praktischen Lehre formuliert, die die Aktivitäten des Kosmos gliederte.

Reshads Idee war, dass spirituell Suchende aus allen Schichten der Gesellschaft für vierzig Tage das Institut besuchen und hier eine spirituelle Transfusion erhalten sollten.

Reshads Idee war, dass spirituell Suchende aus allen Schichten der Gesellschaft für vierzig Tage das Institut besuchen und hier eine spirituelle Transfusion erhalten sollten.

»Der Mensch schläft«, hatte Gurdjieff verkündet. »Er besitzt weder echtes Bewusstsein noch Willen. Er ist unfrei. Ihm passiert alles. Er kann bewusst werden und seinen wahren Platz als Mensch in der Schöpfung finden, doch dazu bedarf es einer grundsätzlichen Transformation« (www.gurdjieff.com [/]).

Gurdjieff spürte, dass Menschen aus ihrem »schlafähnlichen« Zustand erwachen können, wenn sie ihre geschärfte Aufmerksamkeit auf die feinstofflichen Eindrücke des alltäglichen Lebens richten. Diese Wachsamkeit nannte er »Selbsterinnerung«. Gurdjieff erklärte: »Es gibt Augenblicke, in denen Sie sich nicht nur dessen bewusst werden, was Sie tun, sondern auch sich selbst, wie Sie es tun« (aus: G.I. Gurdjieff: Aus der Wirklichen Welt).

Gurdjieff benutzte die Reibung zwischen den unterschiedlichen Persönlichkeiten in seinem Institut zur Gewinnung von Hitze für den transformierenden Kochtopf – die Hitze, die notwendig ist, um das schlafende Selbst aufzuwecken. Reshads Schule war insofern einzigartig, als sie Elemente von Gurdjieffs Arbeit (die Reibung) mit Elementen des Sufismus, und zwar insbesondere mit Dschalal ad-Din Rumi [/] (der Liebe), verband. Reibung und Liebe versorgten den transformativen Motor des Instituts für bewusstes Leben mit Energie.

Reshads ursprüngliche Idee war, dass spirituell Suchende aus allen Gesellschaftsschichten für vierzig Tage das Institut besuchen und hier eine spirituelle Transfusion erhalten sollten, um dann wieder zurück in die Welt zu gehen und ein sinnvolles Leben zu führen – mit der Absicht, den Zweiten Zyklus der Menschheit aufzubauen.

Reshad Feild und Yogi Bhajan.

Reshad Feild und Yogi Bhajan. Foto © Bruce Miller

So floss ein stetiger Strom von Studenten und Besuchern durch unsere Türen, wie etwa die Sängerin Dusty Springfield, der Sufi-Lehrer Pir Vilayat Khan [/], Yogi Bhajan [/] und Bhante Dharmawara [/], ein kambodschanischer Mönch, der Berichten zufolge hundertzehn Jahre alt wurde.

Das Leben im Institut war nicht sehr glamourös. Da nur wenige Leute über einen Job oder ein regelmäßiges Einkommen verfügten, waren die Mahlzeiten dürftig, doch gearbeitet wurde ununterbrochen. Der Tag begann um 4.30 Uhr in der Früh mit Gebeten. Der Wettkampf um das Badezimmer war enorm.

»Ich kann nicht glauben, dass ich mir das antue«, motzte ich, während ich aus meinem Etagenbett aus Armee-Beständen taumelte, meine bedürftigsten Körperstellen halbherzig mit Wasser bespritzte und dann ins Erdgeschoss hinunterging. Am Ende des düsteren Raums öffnete sich eine große Metalltür in einen Gewölbekeller mit separatem Zugang, wo Hassan Immerman, ein hingebungsvoller amerikanischer Derwisch in ein Laken eingehüllt saß. Hassan hatte die Türkei, Afghanistan, Indien und Indonesien bereist, und das flackernde Kerzenlicht verlieh seinen barschen Worten einen unheilvollen Ton.

»Das hier ist kein Spaß«, warnte Hassan. »Es ist eine ernsthafte Angelegenheit. Wenn ihr euch nicht sicher seid, dann verschwindet besser gleich.«

Und damit hakten wir uns alle ein und sangen: »Allah, Allah…«

Ich hing schon seit ein paar Wochen mit diesen Leuten herum und jetzt dämmerte es mir: Heiliger Strohsack – »Allah, Allah…« – dieser Weg hat irgendwas mit dem Islam zu tun – »Allah, Allah…«!

Als guter jüdischer Junge befand ich mich in einem Schlamassel – »Allah, Allah…« – und so fasste ich den Entschluss, mit dem Strom zu schwimmen und voll engagiert mitzumachen, mich aber nicht damit zu identifizieren. Lass dich nicht in das Drama hineinziehen, entschied ich. Lass dich von den Dingen, die hier geschehen, weder anziehen noch abstoßen.

Während der nächsten fünfundzwanzig Jahre sollte dies meine Strategie bleiben: Ich folge nicht Reshad, ich folge nicht Rumi, nicht Gurdjieff und auch nicht Mohammed. Ich folge, hoffentlich, mir selbst.

Natürlich war mein hochgestecktes Ziel unerreichbar. Der Zweck der Schule war es, genügend innerliche Reibung für die Transformation zu erzeugen. Reibung aber schafft per Definition Identifikation. Die Intensität dieser Arbeit kreierte während der ganzen Zeit ein »Ich-kann-es-kaum-noch-aushalten«-Stresslevel direkt unter der Oberfläche.

»Ich stehe zu meinem Wort. Ich werde nicht zu Bett gehen, bis ihr euch alle lieben könnt. Bringt mir meine Matratze!«

»Ich stehe zu meinem Wort. Ich werde nicht zu Bett gehen, bis ihr euch alle lieben könnt. Bringt mir meine Matratze!«

Eines späten Abends begann Reshads Frustration hochzukochen. Ich bin mir nicht sicher, ob es an den zu vielen Gin Tonics lag oder an seiner Enttäuschung darüber, dass die Energie einfach »nicht durchging« – nicht durch uns »Idioten« hindurch, wie er seine Studenten liebevoll nannte. »Idioten« war ein Begriff, mit dem Gurdjieff strebsame Suchende bezeichnet hatte.

»Ich gehe nicht schlafen, bis ihr alle fähig seid, euch zu lieben«, erklärte Reshad. Es war kurz vor Mitternacht und wir fühlten uns hundemüde. Wenn Erschöpfung geschmeidig macht, dann war unser urstofflicher Lehm bereit, in Form gebracht zu werden.

»Ich will, dass ihr euch alle liebt«, befahl Reshad nochmals.

»Ja, Sir, wird sofort erledigt«, murrte ich.

Ein paar Leute versuchten es ungeschickt mit Umarmungen oder, indem sie sich tief in die Augen schauten, oder mit aufgesetzter Glückseligkeit. Nach einer Viertelstunde dieses Schauspiels drohte Reshad abermals.

»Ich stehe zu meinem Wort. Ich werde nicht zu Bett gehen, bis ihr euch alle lieben könnt. Bringt mir meine Matratze!«

Sofort gingen zwei starke Männer hinauf in sein Zimmer und kamen, nach etlicher Rangelei mit Reshads Doppelbettmatratze im Treppenhaus, zurück, gefolgt von Denise, Reshads hochschwangerer jungen Frau, die sichtlich wütend darüber war, aus ihrem Bett gescheucht zu werden.

Ich weiß nicht mehr genau, ob wir darin erfolgreich waren, uns alle gegenseitig zu lieben, aber schließlich ging die Energie »durch«. Es war eine kleine Entschädigung dafür, dass 4.30 Uhr wie ein Tick-Tock-Krokodil bereits wieder auf uns lauerte.

Gemäß meinem Plan, mich nicht zu identifizieren, machte ich das »Beobachten« zu meiner Übung. Ich sah, wie sich das Spiel entfaltete, wie die emotionale Reibung Hitze produzierte und in welchem Sinn Hitze Energie ist. Wie ein Blitz, der die Erde sucht, musste »die Energie durchgehen«. Und wenn dies nicht geschah, entstanden Spannungen und Scherereien.

In der Nacht weckte das Jammern der Gefühlsausbrüche die Bettnachbarn auf. »Die Energie muss durchgehen«, dachte ich.

Ich beobachtete auch, wie während eines Kurses von wenigen Tagen der Umfang einiger Frauen zunahm. Ich vermutete, dass bei ihnen die Energie nicht durchgegangen war. Sicherlich hing es nicht damit zusammen, dass es zu viel zu essen gab. Arbeit rund um die Uhr, Gebete, Übungen und Studien setzten eine machtvolle Kraft frei, eine Art spirituelles Wetterleuchten. Diese Energie hatte einen Job zu erledigen – sie musste durchgehen.

In einem Augenblick wirbelten wir umher wie Derwische, dann gab es Vipassana-Meditation, dann machten wir Arica-Übungen gefolgt von gehirnerhinzenden Studien Ibn Arabis [/], dann vielleicht ein kurzer Flirt mit Scientology, ein bisschen Wünschelruten-über-Landkarten-Halten, Vokalsingen mit Bewegungen, Wirbel-Meditationen, Spazier-Meditationen, grüne Meditationen… es nahm kein Ende.

Kamerateam der NBC News im Institut für bewusstes Leben.

Ein Kamerateam der NBC News filmt im Institut für bewusstes Leben. Foto © Bruce Miller

Wir waren jung, wir hatten die physische Energie, doch wir hatten nicht den emotionalen Rückhalt, um auf dieser Höhe leben zu können. Unser einziger Trost war das Astro-Café – ein bis spät in die Nacht geöffneter griechischer Hamburger-Laden auf der Western Avenue, wo wir meckern und uns außerhalb des Kochtopfs beschweren und all die kostbare spirituelle Energie durch ein schmieriges Überdruckventil ablassen konnten.

Das Mäkeln und das Geschwätz im Astro kreisten immer um Reshad: »Ist er ein verwirklichtes Wesen? Strömen seine Lehren aus der dschabarrut, der unmanifestierten Welt, hervor, wie er behauptet? Orchestriert er ein Göttliches Drama oder kanalisiert er nur ganz gewöhnlichen Zorn?« Und die wichtigste, aber unausgesprochene Frage lautete: »Warum der Alkohol?«

 

Im Einklang mit dem Gesetz der Oktave

Eines Tages machte der ganze Zirkus plötzlich Sinn. Ein Seminar unter dem Titel »Eine Einführung in das Gesetz der Sieben« enthüllte den großen Plan. Jede Stunde dieses Seminars war im Einklang mit einer Note der musikalischen Oktave. Wir setzten unsere Absicht auf der Note Do, machten die [rhythmischen] Bewegungen auf dem Re, sprachen über die Illusion des Selbsts auf dem Mi (das sich [im Englischen] auf »mich« reimt), aßen zu Mittag auf dem Fa und so weiter. Der Drehbuchautor in mir war vom dramatischen Fluss der Geschehnisse an unserer Schule fasziniert, und nun hatte Reshad die Partitur enthüllt.

Sherborne House

Sherborne House. Foto © Annette Green

Swyre Farm.

Swyre Farm. Foto © Reshad Feild / Chalice Verlag

Ein schlauer Junge namens Doug war beauftragt, das Gesetz der Sieben um 14 Uhr zu präsentieren – auf der Note Sol. Doug hatte beim britischen Mathematiker, Wissenschaftler und Philosophen John G. Bennett [/] studiert. In seinen jüngeren Jahren hatte Mr. Bennett mit Gurdjieff zusammengearbeitet und es sich gegen Ende seines Lebens zur Aufgabe gemacht, bevor er sterben würde, all sein Wissen der nächsten Generation von jungen Menschen weiterzugeben.

Im Alter von dreiundsiebzig Jahren war Bennett entschlossen, die inneren Lehren an die »Jugend« weiterzugeben. 1970 hatte er sogar das Isle-of-Wight-Festival, Englands Woodstock, besucht, um an Generationsverständnis zu gewinnen. Zur Erfüllung seiner Aufgabe gründete Bennett die International Academy for Continuous Education in Gloucestershire, auch bekannt als »Sherborne House«: ein Experiment, um der nächsten Generation »den Sinn und Zweck des Lebens« zu vermitteln.

Ganz in der Nähe, nur ein kurzes Stück die Straße hinunter, hatte Reshad auf der Swyre Farm eine ähnliche Schule für Transformation unter dem Namen Beshara [/] aufgebaut. In vielerlei Hinsicht kam es zu einer gegenseitigen spirituellen Befruchtung zwischen diesen beiden esoterischen Zentren.

John G. Bennett 1971.

John G. Bennett 1971. Foto © J.G. Bennett Foundation

Am 13. Dezember 1974, mitten im vierten Jahreskurs in Sherborne House und nur ein paar Tage bevor Reshad in Los Angeles das Institut für bewusstes Leben ankündigte, starb Bennett. Ich lasse diesen Hintergrund mit einfließen, um ein wichtiges Thema zu illustrieren – nämlich dass »Saatkörner der Übermittlung« die Geschichte fortpflanzen. Sie bringen geschichtliche Entwicklungen voran. In diesem speziellen Fall dienten Bennetts Schüler als Saatkörner. Nachdem er gestorben war, halfen sie dabei mit, die Geschichte von England nach Amerika zu befördern.

Schüler von Bennett beschreiben die letzten zwei Tage seines Lebens wie folgt:

Am Tag zuvor ging ich nicht aus dem Haus. Mr. Bennett war am Morgen der Chefkoch. Ich musste irgendetwas holen und traf dabei auf Mr. Bennett, der den Kohl für den Borschtsch schnitt. Ich kann noch immer die Stille unterhalb des Lärms spüren.

Später sprach Mr. Bennett über die Notwendigkeit der Ehrerbietung und wie man mit verstorbenen Menschen kommunizieren oder eben nicht kommunizieren sollte.

Nach dem Mittagessen war Mr. Bennett zum Nachmittagsdienst eingeteilt: abwaschen, Tisch decken, Tee zubereiten, Abendessen servieren und wieder abwaschen. Danach leitete er im Gesellschaftsraum eine Meditation über die Seligpreisungen an: »Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.« Er fragte uns: »Warum ist es das Herz, nicht der Verstand oder die Augen?«

Am darauffolgenden Tag fragte Elizabeth, Mr. Bennetts Frau: »Können Sie helfen? Mr. Bennett fühlt sich nicht wohl.« Er sagte, es gehe ihm gut, und er ging mit Hilfe von Elizabeth nach oben.

Eine Stunde später berief Elizabeth eine Versammlung ein. Ihre Stimme war deutlich und ruhig: »Lassen Sie es uns klar benennen: Er ist für immer gegangen. Nachdem er seine Aufgabe auf dieser Erde erfüllt hat, wünschte er sich diesen Tag herbei. Wer immer von Ihnen diese Nacht mit mir aufbleiben will, kann das tun.«

Das Thema dieser Woche war Vollendung gewesen (aus: December 13, 1974 – On The Death of Mr. Bennett [/]).

Um Rumis siebenhundert Jahre dauernde Reise nach Amerika richtig einschätzen zu können, hilft es, das Gesetz der Drei und das Gesetz der Sieben zu verstehen.

Um Rumis siebenhundert Jahre dauernde Reise nach Amerika richtig einschätzen zu können, hilft es, das Gesetz der Drei und das Gesetz der Sieben zu verstehen.

Doug hatte bei Mr. Bennett in Sherborne House studiert und sich nun in Los Angeles uns angeschlossen, um die beiden grundsätzlichen Gesetze des Universums von Gurdjieff einzuführen: das Gesetz der Drei und das Gesetz der Sieben, auch bekannt als die Oktave.

Was wir über diese Gesetze wissen, stammt aus den Vorträgen, die Gurdjieff vor einer Gruppe von Studenten in der Zeit von 1915 bis 1917 in Sankt Petersburg, Russland, gehalten hatte. Später fasste P.D. Ouspensky diese Vorträge in seinem wegweisenden Buch Auf der Suche nach dem Wunderbaren [/] zusammen. Das Symbol des Enneagramms (heute häufig zur Persönlichkeitstypisierung verwendet) wurde von Gurdjieff an diesen Vorträgen eingeführt, um das Wirken der Oktave zu erklären.

Um Rumis siebenhundert Jahre dauernde Reise nach Amerika richtig einschätzen zu können, hilft es, diese zwei großen Gesetze zu verstehen. Gurdjieff spürte, dass die komplexesten Mechanismen des Lebens letztendlich durch einfache Prinzipien erklärt werden, welche in den alltäglichen Geschehnissen des Lebens zu beobachten sind. Das erste davon ist das Gesetz der Drei oder das Gesetz der Drei Kräfte.

 

Hänschen Apfelkern und die dritte Kraft der Gnade

Gemäß Gurdjieff ist jedes Phänomen im Universum auf drei Kräfte zurückzuführen: auf das Positive, das Negative und das Neutralisierende. Drei Kräfte bestimmen den Aufbau von Atomen (Protonen, Elektronen und Neutronen), Elektrizität (positiv, negativ und Erde), Naturphänomenen wie die Kräfte des Wassers (Hochdruck, Tiefdruck, Niederschlag), aber genauso Handlungen, Geschehnisse und menschliche Beziehungen.

Gesetz der drei Kräfte.

Das Gesetz der drei Kräfte

In unseren Alltagsaktivitäten manifestieren sich die drei Kräfte als das Aktive, das Passive und das Versöhnende; in menschlichen Beziehungen als das Bestätigende, das Ablehnende und das Vermittelnde. Wenn zwei Länder in Opposition verharren, handelt ein drittes Land als Mittler. In einer Ehe tritt das Kind als eine dritte Kraft in die Verbindung ein und bringt einen bedeutungsvollen Zweck in die Beziehung. Im Christentum sind es der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Im Tao sind es Yin, Yang und das Tao. In der Physik sind es Raum, Zeit und das Kontinuum. In einer Fernsehkomödie gibt es den Handlungsaufbau, die Komplikationen und die Lösung. In jedem Fall versöhnt die dritte Kraft die gegensätzlichen Kräfte als eine Form von Gnade.

Sogar eine einfache Yoga-Dehnung lebt von den drei Kräften: (1) der aktiven Anstrengung, um die Zehen zu berühren, (2) der widerstrebende Kraft der steifen Muskeln und (3) dem inneren Lösen durch das Atmen in die Spannung hinein. Im Wissen darum, wie und wann die dritte Kraft aufzurufen ist, liegt der Schlüssel für Heilung, Diplomatie, Partnerschaften und Kindererziehung, für das Schaffen von Kunst und für das Erzählen eines guten Witzes.

Die dritte Kraft manifestiert sich als eine äußere Einwirkung, die den Verlauf eines Ereignisses verändert. Die dritte Kraft tritt ein durch die Gnade, die einem Gebet folgt, durch den unerwarteten Gast, der eine Party belebt, durch den Jungen Hänschen Apfelkern, der daherkommt, um Apfelbäume zu pflanzen, oder auch durch den kreativen Gedankenblitz, der uns durch den Kopf schießt, wenn wir mit unserem Latein am Ende sind. Die dritte Kraft schleicht sich ein, wenn Sie dem Unvermeidbaren gegenüberstehen, Ihr Schicksal akzeptieren und die Angst vor Veränderung loslassen.

Studienklasse zur Oktave.

Notizen zur Oktaven-Studienklasse. Foto © Bruce Miller

Das Gesetz der Drei machte für mich Sinn, aber das Gesetz der Sieben, bekannt als die Oktave, war verwirrender. Während das Gesetz der Drei vom Aussöhnen zweier gegensätzlicher Kräfte handelt, beschreibt das Gesetz der Sieben die Entwicklung, den Hergang und die Entfaltung – wie die Dinge geschehen.

Wenn ich einen Samen pflanze, beschreibt die Oktave, wie die Pflanze in abgemessenen Intervallen keimt und sich verästelt. Wenn ich eine Semesterarbeit beginne, bildet die Oktave das Ringen bis zur Fertigstellung ab. Wenn wir unsere Hochzeitsschwüre leisten, sagt die Oktave den Schwenk von der Glückseligkeit bis zu den Schuldzuweisungen voraus – das, was Harville Hendrix in seinem Buch So viel Liebe, wie du brauchst [/] als den natürlichen Übergang von der Romanze hin zum Machtspiel beschreibt. Auf diese Weise schlenkert die eheliche Liebe mit den schwingenden Hochs und Tiefs der Oktave. Betrachten Sie in Billy Wilders klassischer romantischer Komödie Das verflixte siebte Jahr den Aufprall Marilyn Monroes in Tom Ewells Ehe genau im Oktavenintervall. Wenn man sich den erzählerischen Bogen von Donald Trumps erstem Jahr seiner Amtszeit vor Augen führt, sieht man den Wendepunkt seines Abstiegs, als er das Verhalten der weißen Rassisten in Charlottesville stillschweigend gutheißt – sieben Monate nach seinem Amtsantritt. Und vergessen wir nicht den sieben Jahrhunderte dauernden Zyklus des Keimens, bevor Rumis Saat in den Westen verpflanzt werden konnte.

Wenn wir uns zum Beispiel eine Diät vornehmen, liefert die Oktave uns einen verlockenden Käsekuchen. Wenn wir auf Berühmtheit und Erfolg aus sind, sieht die Oktave voraus, wann unsere Anstrengungen vereitelt werden. Die Oktave offenbart sich in den sieben wahrnehmbaren Grundfarben, in den sieben Noten der Tonleiter, in den sieben sichtbaren Planeten, in den sieben Wochentagen und in den sieben Perioden im Elementensystem. Nach dem Tod trauern Juden sieben Tage in der schiv’a [/] [der jüdischen Trauerzeit in der ersten Woche unmittelbar nach dem Begräbnis], was »sieben« bedeutet. Für einen Muslim auf der Hadsch repräsentieren die sieben Umgehungen der Kaaba die sieben Ebenen der Seele.

Als Doug sprach, zeigte sich vor meinen Augen eine außergewöhnliche Orchestrierung eines sich entfaltenden Universums. Ich erkannte, wie das tägliche Programm des Instituts der Schwingungsstruktur der Oktave folgte. Wie die Akte in einem Drehbuch oder Sätze in einer Symphonie verschmolz unser täglicher Mix an Studiensequenzen, Gebeten, Putzen und Krisen zu einem perfekt aufgebauten Drama, um unseren emotionalen Widerstand zum Erliegen zu bringen und unser Herz zu öffnen.

Als Musiker vor Publikum war Reshad ein Oktaven-Magier. Ich beobachtete, wie er die Energie anzuheben vermochte, um Selbstgefälligkeit in Handlung zu verwandeln. Fasziniert von seinem Zauber, wurde ich zu Reshads Oktaven-Student.

Foto © Bruce Miller

Doug erklärte uns, wie die beiden Intervalle auf der Tonleiter, an denen die schwarzen Klaviertasten fehlen, die Transformation lenken. In diesen Intervallen – Mi-Fa und Si-Do – verlangsamt der kürzere Schwingungsabstand zwischen zwei Noten kurzzeitig den Anstieg auf der Tonleiter. Stellen Sie sich vor, wie Sie nach ein paar Drinks eine Treppe hochsteigen, auf welcher der Anstieg zwischen der dritten und der vierten Stufe kürzer ist.

Esoterisch gesehen ist die Verlangsamung entscheidend (die eintreten würde, wenn Sie eine solche Treppe beschwipst hochstiegen). Die feine energetische Pause, insbesondere die im Mi-Fa-Intervall, erzeugt eine Öffnung, in die ein unerwartetes Ereignis eintreten kann, das den Status Quo durcheinanderbringt und den Treppensteigenden mit dem Schock des Unerwarteten verwirrt. Und ganz wichtig: Dieser »Schock« löst die Energie aus, die für die Transformation benötigt wird. Eine Scheidung, ein medizinischer Befund, ein Job-Verlust, ein inniger Kuss, ein Gefühl der Dankbarkeit, eine musikalische Brücke, eine Trump’sche Wahl oder ein wandernder Derwisch namens Schamseddin von Täbriz, der Rumis Karriere an der Madrasa durchkreuzt – all diese Geschehnisse können als ein Schock von außen wirken, um die Energie zu verschieben.

 

Ein großer Schock, aber das Werk wird weitergehen

Ich beobachtete, wie sich auch das Institut für bewusstes Leben sich auf diese Art entfaltete. Eine Reihe kleinerer Krisen störte den gewohnten Ablauf der Ereignisse: eine Hochzeit aus dem Stegreif, eine Hausgeburt, der Besuch eines Fernsehteams der NBC News, ein kambodschanischer Mönch, der die Wände grün tapeziert haben wollte, ein Besuch des kalifornischen Gouverneurs Jerry Brown [/] und seiner Freundin, der Musikerin Linda Ronstadt [/] – das Drama hörte nie auf.

Governor Jerry Brown und Reshad Feild.

Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown im Gespräch mit Reshad Feild. Foto © Bruce Miller

Reshad fand größtes Vergnügen an seiner Rolle als Taktgeber dieser Oktave und als Gutsherr. In der Folge trieb er unsere aus dem Boden gestampfte Unternehmung über die ursprünglich beabsichtigten vierzig Tage hinaus. Nachdem er das Unterfangen um weitere vierzig Tage und schließlich um eine dritte Runde verlängert hatte, fragte ich mich, ob die Oktave jemals intervenieren würde.

Dann erhielten wir eines Tages den Schock von außen in Form eines Ordnungsschreibens der Stadt Los Angeles:

An die zuständigen Verantwortlichen: Sie betreiben eine Schule auf einem Grundstück in einer Einfamilienhauszone. Hiermit werden Sie angewiesen, Ihren Betrieb einzustellen und die Räumlichkeiten zu verlassen.

Und wie von Reshad vorausgesagt, verschwand das Institut.

INSTITUT FÜR BEWUSSTES LEBEN

17. Juli 1975

Liebe Freundinnen und Freunde des Instituts,

nach Fertigstellung des beiliegenden Veranstaltungsplakats haben wir ein Anschreiben der Stadt und des Bezirks Los Angeles erhalten, in dem wir aufgefordert werden, das Institut zu schließen. Anscheinend ist diese Gegend für Einfamilienhaushalte bestimmt und somit müssen wir der Aufforderung nachkommen.

Es ist ein großer Schock, aber das Werk wird weitergehen. Wir müssen das Haus bis zum 4. August verlassen, daher wird der letzte »Tag der offenen Tür« hier am 31. Juli stattfinden. Wir hoffen, dass wir euch alle noch einmal sehen, bevor wir gehen werden.

Die Gruppe wird einen anderen Ort suchen, wo wir unsere im März begonnene Arbeit fortsetzen können. Für jegliche Korrespondenz gilt fortan die folgende Adresse: c/o The Institute for Conscious Life, Postfach 76025, Los Angeles, CA 90076. Wir halten nunmehr Ausschau nach einem neuen Standort. Wenn ihr irgendeine Idee oder einen Vorschlag habt, meldet euch bitte sofort bei Joan oder Maryam unter der Nummer (213) 389-1558.

In dem Einen Licht

Reshad Feild

 

Quelle: Bruce Miller: Rumi Comes to America – How the Poet of Mystical Love Arrived on our Shores [/]. Decatour, Georgia: Miller eMedia LLC, 2017. Kapitel 1: “The Possibility of A Real School”.  Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Autors.

© Bruce Miller 2017

Deutsche Übersetzung © Helga Jacobsen und Robert Cathomas / Chalice Verlag

Eine deutsche Ausgabe des gesamten Buches erscheint voraussichtlich gegen Ende 2018 im Chalice Verlag.

 

Über den Autor

Bruce Miller [/] studierte Filmdramaturgie und Drehbuch an der Universität von Kalifornien in Los Angeles und bestritt den größten Teil seines Berufslebens als Marketing-Stratege. In den 1970er-Jahren traf er auf seiner spirituellen Suche Reshad Feild, bei dem er fünfundzwanzig Jahre lang studierte und dem er u.a. mithalf, das Werk von Dshalal ad-Din Rumi nach Amerika und später auch nach Europa zu bringen. Er war maßgeblich beteiligt an der Herausgabe von Reshad Feilds Buch Schritte in die Freiheit und leitete eigene Seminare zum Thema der Oktave nach P.D. Ouspensky und G.I. Gurdjieff sowie zum Hasard-Gesetz nach John G. Bennett. Bruce Miller ist auch Buchautor, aktiver Segler, Yoga-Enthusiast und lehrt das Drehen der Derwische.