Cynthia Bourgeault

Das Auge des Herzens

Eine spirituelle Reise ins Reich des Imaginativen

 

Im Zentrum ihrer Betrachtung liegt jener Ort, »wo sich die beiden Meere treffen«: die Welt des Imaginativen, in der sich der Austausch zwischen den höheren und den niedrigeren Reichen, zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, in all seiner Lebendigkeit abspielt. Um dem wahren Sinn unseres Daseins, unseres Lebens vor und nach dem Tod, sowie unserer Verantwortung in der Evolution gerecht zu werden, müssen wir die Funktion des Imaginativen als Teil der Wirklichkeit verstehen.

Das Organ, das uns dazu befähigt, ist das menschliche Herz, dessen Spiegel wir durch die Läuterung unseres Lebenswandels polieren, indem wir die Toxine von Angst, Gier, Gewalt und Rache einer »kosmischen Dialyse« unterziehen. Das Gefährt, das uns über diese Wasserscheide zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen (und in der Folge über unseren physischen Tod) hinaustragen kann, ist die menschliche Seele, mit der wir aber nicht etwa geboren werden, sondern die wir uns erst erarbeiten müssen.

»Auf den traditionellen kosmologischen Straßenkarten«, sagt Cynthia Bourgeault, »trägt unser irdisches Reich die Bezeichnung mixtus orbis. Wir Menschen leben in zwei Welten gleichzeitig, unter dem Einfluss von irdischer wie auch von imaginativer Wirklichkeit. Wir leben, ›wo die beiden Meere sich begegnen‹, wie es die Sufi-Metapher beschreibt. […] Und Jesus sagte: ›Wir sind in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt.‹ Diese doppelte Staatsbürgerschaft macht es uns nicht leicht, […] doch sie bildet die perfekten Voraussetzungen für den Energieaustausch zwischen den Reichen. Und mit auch nur einem bisschen meteorologischem Grundverständnis wissen wir, dass dort, wo Druckunterschiede herrschen, der Wind anfängt zu wehen. […] Wenigsten verstehen wir so, wo und wie wir beginnen müssen: nicht nur mit Politik, nicht mit Polemik, sondern durch das direkte Eingreifen unseres Herzens, das endlich aufgewacht ist für das, wozu wir auf diesem Planeten berufen sind – das große alchimistische Werk.«

Auf Basis von non-dualem metaphysischem Kartenmaterial (aus dem Christentum, dem Sufismus und den Lehren G.I. Gurdjieffs, Teilhard de Chardins und Ken Wilbers) erläutert die Autorin das Wesen des Imaginativen und legt die Aspekte dieser Dimension offen, die unserem optischen Blick verborgen, mit dem Auge des Herzens aber gut sichtbar und den mystischen Traditionen bestens vertraut ist. Ihre Einsichten konkretisiert sie an den Beispielen von zwei tief berührenden, ebenso freud- wie schmerzvollen persönlichen Liebesgeschichten, aber auch an geistigen Werken wie dem Johannesevangelium, Tania Blixens Erzählung Babettes Fest und William Shakespeares Theaterstück Der Sturm.

In einer gekonnten Verflechtung ihrer reichen Lebenserfahrung mit ihrem theologischen Fachwissen ermutigt uns Cynthia Bourgeault und gibt uns praktische Hilfsmittel an die Hand, unser eigenes Herz zu öffnen und einzustimmen auf die höheren Welten, die keine Illusion sind, sondern kausale Schichten der Realität, durch die sich die erhabene Schönheit Gottes ausdrückt in unserer kostbaren Besonderheit als menschliche Individuen wie auch in unserer gegenseitigen Verbundenheit.

 

Leseprobe

»Wo die beiden Meere sich treffen«

 

Stimmen zum Buch

»Eine brillante Synthese, die der imaginativen Welt den ihr gebührenden Platz einräumt und ihr die größere Bedeutung beimisst, die ihr zusteht. Cynthia Bourgeault ist eine wahre Vertreterin der westlichen spirituellen Tradition.«

A.H. Almaas

Die englische Ausgabe des Buches hat derzeit (März 2021) rund 240 Bewertungen auf Amazon mit einem Durchschnitt von 4,5 Sternen. Nachfolgend zwei aktuelle Kurzrezensionen (© Amazon):

»›Die Enthüllung des größeren Musters bringt uns ein allgemeines Gefühl von Geräumigkeit und Ruhe zurück.‹ Das war exakt meine Erfahrung bei der Lektüre dieses wunderbaren Buches. Es ist voller faszinierender Konzepte, Theorien und Ideen, von denen mir viele vollkommen neu waren und mit denen ich mich noch genauer werde befassen müssen. Doch ob ich sie bereits voll verstanden habe oder nicht, scheint keine Rolle zu spielen. Was zählt, ist, dass ich als Resultat daraus in ein neues Land gelangt bin. In dem Land, in dem ich vorher war, habe ich es nicht geschafft, viele sehr bedeutsame Ereignisse in meinem Leben zu verarbeiten und richtig einzuordnen: ›Zufälle‹, Synchronizitäten, komplexe Muster, außerordentlich genau zusammenfallende, zugespitzte zeitliche Ereignisse, Dinge, die mir das Leben unmissverständlich zu verstehen gibt, die mein Kopf zu entschlüsseln versucht, es aber nicht schafft. Dem Lesen dieses Buches verdankt mein Verstand die tiefe Einsicht, dass die Erklärung solcher Erfahrungen nicht zu seiner originären Stellenbeschreibung gehört und er daher aufhören sollte, dies zu versuchen. Was für eine Erleichterung! Danke von Herzen, Cynthia, für dieses ganz besondere Buch und dafür, dass du aus deinem spirituellen Wissen heraus wieder einmal derart offen auch über sehr Persönliches sprichst. Es ist diese Synthese, die es so kraftvoll und transformativ macht.«

Jennifer Leslie, 18. Oktober 2020

»Teile dieses Buches haben mich auf-, andere durcheinandergebracht. Mitunter fühlte sich die Lektüre an wie eine Achterbahnfahrt durch einen mystischen Kosmos und ich fürchtete, noch vor dem Ende dieses nicht zu steuernden Rausches gegen eine Mauer zu prallen. Doch so ist das mit Frau Bourgeault. Ich habe einige ihrer Bücher gelesen und war von allen begeistert; dieses ist das herausforderndste von allen. Sie postuliert hier nicht nur eine neue Kosmologie, sondern stützt diese mit ihrer sehr offen geschilderten Lebensgeschichte: einem stürmischen Flirt mit Johnny »dem Griechen« und einer kosmischen Beziehung mit Rafe »dem Mönch«. Sie schreibt wie immer sehr gelehrt und erobert unerschrocken neue Territorien des Geistes. Wenn ich das Buch auf einen Nenner bringen müsste, würde ich sagen: »Mutig.« Es braucht gehörigen Mumm, eine Kosmologie zu postulieren, welche die normative und traditionelle Konfiguration von Erde-Himmel-und-was-auch-immer beiseitelässt. Wenn man noch weiter geht und ein System wählt, das sich an einer Zahlenfolge orientiert (und damit Anspielungen auf die Numerologie macht) und deren Kern der Chiasmus ist, setzt man seinen wissenschaftlichen Ruf aufs Spiel. Ich will diesbezüglich nicht der Richter sein. Viel von dem baut sie auf Gurdjieff auf, einem verwegenen Denker, aus dem ich persönlich nicht schlau werde. Als Ausgleich dazu wirft sie neues Licht auf die Schriften und Einsichten des brillanten Teilhard de Chardin sowie auf die mystischen Überlieferungen einer langen Liste heiliger Männer und Frauen aus fast jeder Religion. Gegen Ende des Buches verbindet sie ihre in einem brillanten Zeugnis kreativer Schreibkunst ihre persönlichen Erfahrungen mit der Wechselwirkung zwischen Prospero und Ariel aus Shakespeares Der Sturm – und gesteht ein, dass sie am Ende des Tages in Bezug auf all diese [präsentierten metaphysischen] Straßenkarten nicht wirklich sicher ist. Dies ist gewiss ein Zeichen ihre Mutes und ihres ›kreativen beweglichen Geistes‹. Falls Sie dieses Buch lesen, seien Sie auf der Hut. Es könnte Sie in Ihren Grundfesten erschüttern.«

John Lawless, 18. November 2020

 

ISBN 978.3.942914.482
Broschur | 220 Seiten | 26 Euro

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