Cynthia Bourgeault

Unsere vier inneren Stimmen

in der Kunst der kontemplativen Entscheidungsfindung

 

Das Leben erscheint uns oft als eine endlose Folge von Weggabelungen und Entscheidungsprozessen, bei denen wir immer wieder gegen dieselbe Wand rennen. Wie gelangen wir zu tragfähigen Entscheidungen? Wie finden wir die nötige Entschlusskraft im Strudel von Fragen, bei denen wir zwischen Chancen und Gefahren, Wünschen und Pflichten, Hoffnungen und Ängsten hin- und hergerissen sind?

Aus ihrer reichen Lebenserfahrung hat die bald achtzigjährige Theologin und Weisheitslehrerin Cynthia Bourgeault ihre eigene praktische Methode der kontemplativen Entscheidungsfindung entwickelt, die sie in einem vierwöchigen Studienkurs vermittelt, der hier erstmals in Buchform publiziert ist.

Sie empfiehlt, in jedem Entscheidungsprozess bewusst und unvoreingenommen unseren inneren Stimmen zuzuhören und diese zu einer gleichberechtigten Konsensentscheidung einzuladen. Im Vordergrund stehen dabei die vier Stimmen oder Blickwinkel unserer »Nafs« (des Egos), unserer »Seele«, unseres »Geistes« sowie unseres »Herzens«, die alle etwas Wertvolles weil Wesentliches beizutragen haben. Wenn wir sie ermutigen, am Konferenztisch in unserem Inneren gemeinsam etwas überraschend Neues entstehen zu lassen, nämlich eine in den meisten Fällen nachhaltige Entscheidung, dann basiert diese nach G.I. Gurdjieff auf der universellen Wirkungsweise des Gesetzes der Drei.

Mit anschaulichen Beispielen aus ihrem Leben zeigt die Autorin, wie wir mit spirituellen und Körperwahrnehmungsübungen unsere Selbsterkenntnis so entwickeln können, dass wir unsere Entscheidungen offener, sanfter, weniger polarisiert und kenntnisreicher, also klüger treffen.

»Das Wichtigste bei meiner Methode der Entscheidungsfindung ist, sich daran zu erinnern, dass es um Konsens, um Einigkeit und Stimmigkeit, und nicht um Mehrheitsentscheidungen geht. Es ist also vollkommen egal, welche der vier Stimmen letzten Endes recht haben wird, wer zunächst auf Platzhirsch macht und am lautesten daherkommt oder wer was wie ins Feld führt. Der Verhandlungstisch wird erst verlassen, wenn alle Stimmen mit unserer Entscheidung leben können. Das bedeutet, die Methode wirklich unvoreingenommen anzuwenden und gewillt zu sein, immer wieder innezuhalten und in der Situation auszuharren, bis wirklich ein ›Geist des Zusammenkommens‹ entsteht, wie es die Quäker nennen. Dann werden wir nicht nur fähig sein zu handeln, sondern unsere Handlungen, für die wir uns entschieden haben, werden dann auch von nachhaltigem Charakter sein.«

»Alles in uns hat seine Berechtigung, alles in uns ist deswegen da, weil es rechtmäßig zu unserem Leben gehört. All unsere inneren Stimmen sind unsere Freunde, die uns auf ihre Art zu helfen versuchen. Sie alle tun ihr Bestes, um uns zu unterstützen und uns gesund zu erhalten. Wenn wir uns also der Idee eines inneren Friedens öffnen, wird es uns möglich sein, Blockierungen aufzulösen, mit denen wir ansonsten über Jahre hinweg zu kämpfen hätten.«

 

Leseprobe

»Text«

ISBN 978.3.942914.963
Broschur | 176 Seiten | 29 Euro

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