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Reshad Feild

Den Raum umkehren – eine innere Übung

Berge Fluss Wälder
Bild: Pexels Picabay

Im Oktober 1993 beschrieb Reshad Feild in seinem spirituellen Zentrum Johanneshof am Vierwalstättersee einer Studienklasse eine nicht ganz einfache, aber zentrale innere Übung. Der hier erstmals veröffentliche Text ist eine redigierte Zusammenfassung seiner damaligen Übungsanleitung; eine englische Version dieses Textes finden Sie hier…

leine Kinder, denen man diese Übung beibringt, verstehen sie auf Anhieb. Wir Erwachsenen jedoch vergessen immer wieder irgendwie. Versuche, sie einmal täglich ohne Widerwillen auszuführen. Wenn wir uns elend fühlen, machen wir sie nicht.

Als Gott Sein Vertrauen dem mineralischen Königreich, den Bergen, anbot, konnten sie es nicht tragen. Darauf bot Er es dem vegetabilen Königreich an, allen Pflanzen, und auch sie konnten es nicht annehmen. Dann anerbot Er es dem tierischen Königreich, aber auch hier konnte es nicht empfangen werden. Schließlich bot Er es dem Menschen an, Mann und Frau – und es wurde angenommen. Das ist die Grundhaltung. Wenn du dies einmal verstanden hast, beginnst du zu erkennen, dass die Essenz all dieser Königreiche in dir und in mir ist. Dann übergab Er Adam, dem ersten Menschen, alle Engel und Erzengel.

Innerhalb der Zeit haben wir unsere Begrenzungen aufgrund unserer Seelen und unserer Ängste und so weiter. Zudem ist die Substanz der Zeit komprimiert, damit wir uns daran erinnern, wie wenig wir haben. Ohne das würden wir nicht arbeiten, nicht wahr? Spüre dies einfach im Bereich deiner Brust. Nun betrachte einen Berg. In der Bibel heißt es: »Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt meine Hilfe?« [Psalm 121:1]. Bedenke, wie viel Zeit, komprimierte Zeit, in jedem Felsen jener Berge steckt. Einst waren sie im Ozean, erinnerst du dich? Spüre das einfach; nimm es nicht für selbstverständlich. Fühle es nun im Bereich deiner Brust. Spüre die Essenz dieses Mineralreichs in dir, die Essenz von jedem dieser Felsen und Berge. Du hast einen Rubin in dir; du hast ein Karneol in dir; du hast einen Diamanten in dir; du hast einen Saphir in dir; du hast einen Smaragd in dir. Und was sind sie alle? Sie sind komprimierte Zeit. Wie der Diamant, der einst Kohle und noch davor ein Baum war. Und doch nehmen wir unser Leben für selbstverständlich.

Als ich diese Dinge zum ersten Mal gelehrt wurde, erklärte man mir, dass du, wenn du dich an diese Zusammenhänge erinnern kannst, niemals eines gewaltsamen Todes sterben wirst. Was das bedeutet, habe ich erst viele Jahre später verstanden, als ich im Koran las, dass jene, die gewaltsam leben, auch durch Gewalt sterben werden. Du kannst keines gewaltsamen Todes sterben, wenn du dich daran erinnerst, dass der Respekt für alles, die Essenz von allem, innen ist.

Nun kehre den Raum um. Lass diese Königreiche zu dir sprechen. Fang nicht an, zu phantasieren oder dich in Träumen zu verlieren. Gehe heute im Verlauf des Tages allein hinaus, erinnere dich deiner Füße und der Verbundenheit mit dem Boden und lass die Gegenwart der Erde und das Mineralreich zu dir kommen. Denn ohne Erkennen gibt es keinen Fluss. Da seid also bloß ›ihr beide‹, aber es gibt nur Einen. Sobald du dies erkennst, entsteht ein Fließen. Und dieser Fluss besteht innerhalb der Einheit. Es bleiben kein »ich« und »es« mehr zurück – die Essenz ist im Inneren, hier in meinem Herzen – und etwas beginnt sich zu bewegen »zwischen den Ufern der Zeit«, wie jemand gesagt hat. Versuche, dich nur einmal am Tag daran zu erinnern. 

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Pflanzenreich, wenn man ihm Energie zuführt, stärker wächst. Warum wächst es? Aufgrund des Erkennens.

Dann suche dir einen Baum. Wir haben dies an vielen Sommer­schulen gemacht; ich tue es manchmal, wenn ich morgens auf den Balkon hinausgehe. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Pflanzen­reich, wenn man ihm Energie zuführt, stärker wächst. Ich habe nicht gesagt: »Wenn man ihm Liebe gibt«, sondern »wenn man ihm Energie gibt.« Und das ist ein Fakt. Warum wächst es? Aufgrund des Erkennens. Vor zwanzig Jahren gab es doch diesen berühmten amerikanischen Dichter [Rob Anthony Hawthorne] mit seinem »Baum des Vergebens«. Denn wir alle machen Fehler; wir werden zornig oder wir »schießen am Ziel vorbei« und wir vergessen. Er wollte also, dass ihm vergeben wird, und so ging er zu seinem Baum des Vergebens und gab ihm seine Vergesslichkeit. Deswegen nannte er ihn den »Baum des Vergebens«. Und der Baum blühte und wuchs. Weil Energie Energie ist. Der Name, den man ihr gibt, ist nur ein Name. In Findhorn [/] liebten sie Möhren, und diese wuchsen besser. Aber auch wenn sie ihnen ihren Zorn gegeben hätten, wären diese stärker gewachsen. Es spielt keine Rolle, auch das wurde mittlerweile bewiesen. Es spielt überhaupt keine Rolle, es ist nur sentimental. Diese Geschöpfe antworten tatsächlich, denn sie sind Teil des Ganzen. Die Essenz von jedem Baum, von jedem Grashalm, von jeder Blume ist in uns. Und denkt daran: Der Schlüssel liegt darin, dass Gott ihnen Sein Vertrauen anbot und sie es nicht annehmen konnten. Darum ist die Essenz in uns, weil Er es dann dem Menschen anbot. Das ganze Vertrauen wurde uns, Mann und Frau, gegeben.

Nun lass uns den Raum sich umkehren. Öffne deinen Brustbereich und erlaube dir, von einem Baum oder von mehreren Bäumen gesehen zu werden. Wir schauen immer etwas an, wir schauen uns gegenseitig an, nicht wahr? Hingegen lassen wir uns fast nie selbst sehen. Falls du kannst, lass es einfach zu dir kommen. Denn das, was bereits in dir ist, antwortet dem, was du siehst. Aber lass es dich anschauen. Wenn wir uns Leben und Tod betrachten, schauen wir in Richtung Tod oder hin zum Ende des Tages. Doch das Ende des Tages ist bereits hier und heute, nicht wahr? Daher füllen wir den Zwischenraum mit Liebe, oder versuchen es zumindest. Also lass es kommen.

Erkennst du den Unterschied? Wenn du von hier nach dort drüben gehst, versuche, so zu schreiten, dass der rechte Fuß »bitte« sagt und der linke »danke«. Und wenn du dort angekommen bist, mache es umgekehrt. Du wirst herausfinden, dass »bitte« und »danke« ein und dasselbe Wort sind. Sie klingen nur verschieden. Inter­essanterweise waren sie im Altenglischen dasselbe Wort. Mache es so, und etwas wird beginnen. Ich habe das mit Menschen gemacht und manchmal kamen dabei die Vögel aus den Bäumen hervor. Erstaunliche Dinge können geschehen. Einmal war ich hoch oben in den Bergen in Colorado und die Vögel flatterten aus den Bäumen und landeten auf meinem Kopf, weil wir in einem derartigen Zustand der Liebe waren. So etwas hast du noch nicht gesehen. Die Eichhörnchen am Boden kamen ebenfalls. Sie alle waren, wie Feenwesen oder Federn und dergleichen, nur ein Ausdruck dessen, was dem Menschen geschenkt ist. Spüre das einfach.

Nun lausche einem Vogel. Falls du keinen hören kannst, sind da noch viele andere Geschöpfe, die du nicht siehst. Erstaunliche Dinge können geschehen, wenn du dieses unsichtbare Königreich zu sehen und zu spüren beginnen kannst, aber du musst dir selbst erlauben, gesehen zu werden. Denn sie wollen dich sehen. Sie wissen nicht, dass du sie sehen kannst. Ist dir das je in den Sinn gekommen? Ein Baum weiß nicht, dass du ihn sehen kannst, bis du dir selbst gestattest, von diesem Baum gesehen zu werden. Ein Tier weiß es nicht und ist verängstigt, bis du ihm gestattest, dich zu sehen. Und dann, mit einem Mal, spielen wir alle miteinander. Das steht auch in der Bibel: der Löwe und das Lamm und so weiter. Etwas, diese Anspannung, die wir alle in unserer Brust fühlen, wird beginnen, sich zu bewegen.

 

Was könnte geschehen, wenn alle diese Königreiche, die in uns sind, zu antworten beginnen?

Wenn ihr euch nur einmal am Tag erinnern könntet

Ratet mal, wie viele Adler am Himmel auftauchten, als wir hier [im Johanneshof] mit unserer Geomantiearbeit begannen. Ungefähr fünfundvierzig! Am Tag, als ich ankam, kreisten da oben acht Stück. Sie sehen aus wie Vögel, es sind Vögel, doch sie sind der Ausdruck von etwas. Und der Ausdruck ist in unserem Inneren. Aber wir sind so arrogant und vergesslich, ich eingeschlossen, und wir vergessen, dass dies gesehen werden muss. Alle diese sogenannten »Ökologen«, die jeden für alles Mögliche verantwortlich machen – wann lassen sie alles zu sich kommen? Würden sie es tun, täten sie mehr Gutes. Und wenn ihr euch nur einmal am Tag erinnern könntet und einander dann grüßt – was geschähe dann wohl? Was könnte geschehen, wenn alle diese Königreiche, die in uns sind, zu antworten beginnen? Und der Mensch, den du ansiehst, und die Engel und die gesamte Hierarchie der Engel und das Königreich der Erzengel?

All dies geschieht aufgrund der Tatsache, dass uns das Vertrauen gegeben wurde. Hast du das erst verstanden, wird etwas in deinem Leben geschehen und du wirst dich nie wieder erholen. Wenn du mit dem Üben fortfährst, wirst du nie wissen, wann genau es passiert. Starre den Baum, den du ausgewählt hast, nicht an, sondern lass ihn dich anschauen, und etwas kann sich verändern. Ein äußeres Zeichen wird uns sozusagen gegeben, und dann wissen wir, dass es nur das Eine gibt. Einige Menschen erhalten es durch dieses Königreich, einige durch jenes Königreich. Manche Menschen gehen in die Berge, ich selbst gehe ans Meer – was immer es ist, lass es geschehen, lass es zu dir kommen und du kannst erfahren, dass es keine Distanz gibt. Der einzige Abstand ist die Zahl der Schritte von hier zu diesem Baum. Doch es ist keine Distanz, weil seine Essenz in mir ist.

Das ist der Grund, weshalb einige Völker – im Mittleren Osten oder im Tibet, die amerikanischen Indianer und andere – Edelsteine gebrauchen. Manche sagen: als Schutz vor Kobolden oder Gespenstern; doch darum geht es überhaupt nicht. Es geht um den Widerhall dessen, was bereits in einem selbst ist. Du wirst erfahren, dass sich etwas verändert, das Land wird antworten. Sofort, als wir diese Geomantiearbeit getan hatten, veränderte es sich. Doch es muss jeden Tag erkannt werden. 

Lass dich selbst sehen, und Stück um Stück wirst du zurückgeben können, was du erhalten hast.

Lass dich selbst sehen, und Stück um Stück wirst du zurückgeben können, was du erhalten hast. Doch falls du das vergäßest, was würde geschehen, wenn du stirbst? Wärst du ganz? Wie könntest du ganz sein, wenn du dich nicht erinnerst, dich nicht daran erinnerst, dass uns Gott, mit allem, was Er uns geschenkt hat, Sein Vertrauen gab? Und wir wollen ganz sein, weil es das ist, worum wir gebeten wurden. John [Cooke] aus meinem zweiten Buch [Wissen, dass wir geliebt sind] oder [mein Lehrer] Bülent [Rauf] waren in diesen Dingen unglaublich. Und bei jedem Lehrer, den ich kannte, war es dasselbe. Es braucht einen unglaublichen Respekt, und re-spectare bedeutet »wieder zu sehen«. Vergiss nie, wenn deine Füße den Boden berühren, dass die Essenz in dir ist. Und dann wird etwas geschehen. Das ist die Bedeutung dessen, was in der Bibel steht: »Wo auch immer du« – bewusst! – »schreitest, ist heiliger Boden.« Er wird heilig, weil »heilig« »ganz« bedeutet, »keine Trennung«. Wie auch immer du es buchstabierst, alles wird heilig.

Die besondere Eigenschaft, die es braucht, um sich selbst sehen zu lassen, ist es, frei von Angst und Verlegenheit zu sein. Was ist ein Baum für uns? Er trägt Früchte, seine Blätter fallen im Herbst und im Frühling sprießen sie erneut… – wir sind so peinlich arrogant. Wir brauchen in uns diese Eigenschaft der Bescheidenheit, der Verherr­lichung, der Angstlosigkeit. Erinnert ihr euch, wie ich das zum ersten Mal in der Sommerschule in Valbella gelehrt habe? Die Leute schauten so peinlich berührt drein; sie liefen umher und schauten mich an, als würden sie von einem Baum betrachtet! Vor Jahren war da dieser katholische Kanonikus, ein Priester, den ich mehrfach erwähnt habe. Er war von unserer Dummheit, von unserer absoluten Idiotie so sehr frustriert. Er nahm uns mit in Kirchen und wollte, dass wir den Steinen lauschten. Ihr hättet uns sehen sollen! Wir sahen wohl ziemlich britisch aus, all diese Menschen unterschiedlichsten Alters, wie sie in ihren Wellington-Stiefeln durch Kirchen schlichen und lauschten. Aber wir gewöhnten uns daran, und tatsächlich konnte man hören, wie etwas antwortete. Ich denke, das Wort »antworten« ist wichtig.

Aber wann lässt du dich selbst sehen? Während der letzten zehn Tage sind viele von euch [hier im Haus] zu mir ins obere Stockwerk gekommen und erstaunliche Dinge sind geschehen, weil ihr euch, ohne verlegen zu sein, gestattet habt, gesehen zu werden. Wir alle machen Fehler, jeden Tag; einen Fehler machen bedeutet, den Moment zu verpassen. Aber letztendlich ist Verherrlichung die richtige Haltung. All dies ist innen, und durch Erkennen beginnt es zu leben. »Leben« ist ein Name Gottes. Alles kommt ins Leben und daher, auf dem Pfad der Rückkehr, auch zum Schöpfer. Wir vergessen einfach.

 

Christopher Ryan: Monument of Man, Chsiholme
Christopher Ryan: Monument of Man, Chsiholme

Das Monument of Man, der letzte Ruheort von Bülent Rauf, in Chisholme, Schottland. Foto: Christopher Ryan

Du wirst dich wundern, was geschehen kann

Versucht diese Übung. Keiner wird komisch gucken, wenn man euch draußen unter den Bäumen herumspazieren sieht. Doch manchmal ist es Leuten peinlich, dann müssen sie dazu alleine sein. Ihr könnt wirklich über Wochen umherlaufen und etwas spüren, und dann eines Tages geschieht etwas. Den meisten Menschen, denen ich diese Übung gegeben habe, ist etwas geschehen. Als [meine Frau] Penny und ich ihn zwei Jahre vor seinem Tod besuchten, sagte Bülent, der Rosen über alles liebte: »Ich werde da oben gepflanzt werden.« Gepflanzt wie ein Busch, auf einem Hügel bei Chisholme. »Dort werde ich gepflanzt werden, und man wird auch eine Rose dort setzen.« Ich schaute ihn an, als hätte er einen Witz gerissen. Erstens war dies nicht der Boden, in den die Kirche es gestattet, jemanden »zu pflanzen«. Also dachte ich: »Wie kann er das tun?« Jedenfalls starb er in Oxford und ich weiß bis heute nicht, wie er es geschafft hat, in Schottland ›gepflanzt‹ zu werden,[1] in Erde, die nicht eingesegnet war. Vielleicht hatte das jemand noch auf die Schnelle nachgeholt. Aber er sprach hier von der Rückkehr, nicht auf sentimentale Weise. Es war wie mit jenem Mann, der nach seinem Tod kremiert werden wollte. Er hatte bereits testamentarisch festgelegt und zehntausend Dollar dafür investiert, dass seine Asche in einer großen Rakete hinauf­geschossen werden sollte. Er ließ seine Asche in die Spitze der Rakete füllen und diese vom Gipfel eines bestimmten Berges ab­feuern. Und »Pfuff« – schon war er überall. Alles muss zurückge­geben werden. Du wirst dich wundern, was geschehen kann.

Wenn du feinfühliger wirst, kannst du den Raum umkehren. Schau dir die Kiefern dort drüben an. Zwischen diesen und hier, findest du einen der Stäbe, die ich in den Boden gesteckt habe. Innerhalb dieses Raumes, auf diesem Boden ist tatsächlich alles, was du jemals brauchen wirst. Warum wird gesagt, dass, wenn du den Grund absteckst, dessen Hüter du bist, dir alles gegeben wird, was du brauchst? Warum ist das so? Es ist so einfach: Weil Gott uns Vertrauen geschenkt hat. Darum hast du hier so viele Engel, dass du sie nicht zählen könntest. Sie wollen helfen. Er gab das Geheimnis der Namen, nicht wahr? Er versuchte es bei den Engeln, aber sie verstanden es nicht. Also gab er es Adam, das Geheimnis der Schöpfung und die Beziehung der Namen. Also ist alles, was du je brauchst, hier, weil es helfen will. Wir können das nicht spüren. Wir alle wollen allen anderen helfen, aber was ist mit geholfen werden? Wir vergessen. Doch wenn es beginnt, wirst du sagen: »Oh mein Gott, ich sehe Dinge.«

Einmal in England spazierte ich nach der Meditation im Haupthaus mit Shamsuddin dem Koch und einigen anderen zurück zu meinem Cottage. Es wurde bereits dunkel, als plötzlich etwas in meinen großen schwarzen Hund fuhr, der mit seinen Füßen zu scharren und zu knurren und zu zittern begann – also kehrte ich den Raum um. Und ich sah diese drei sich bewegenden, etwa drei Meter großen Lichtgestalten. Es spielt keine Rolle, was sie waren. Aber so sah ich sie, wie sie dem Fluss entlang auf mich zukamen. Der Hund hatte sie zuerst gesehen, und dann kehrte ich den Raum um und konnte es sehen. Wenn du etwas ansiehst, wirst du nichts sehen. Denke an den Raum dazwischen. Nie werde ich Shamsuddin vergessen, der normalerweise nie etwas sieht: Diesmal schrie er.

Die Dinge kommen zu dir, in welcher Form auch immer du sie siehst (schau dir die Propheten an: Moses erschien Gott im brennenden Busch), in der Form dessen, was du brauchst, um dir Gewissheit zu verschaffen. Es gibt nur Ein Absolutes Dasein. Wir sind nicht getrennt, obwohl wir individuell einzigartig sind. Wir sind nicht getrennt. Wenn du dies hast, hast du unglaubliche Freude.

© The Literary Estate of Reshad Feild 2021
Deutsche Übersetzung © Chalice Verlag

Anmerkungen

[1] Anmerkung der Übersetzer: Unsere Freundin Jane Clark, die Chefredakteurin des Beshara Magazine [/], hat uns freundlicherweise darauf hingewiesen, dass diese Information nicht ganz korrekt ist. Bülent Rauf war zwar in Oxford im Krankenhaus, starb aber tatsächlich in Chisholme. Anders als das englische, erlaubt das schottische Gesetz Bestattungen auf Privatgrund. Danke für diesen Hinweis.