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Wahrscheinlich bestand zu keiner anderen Zeit der Geschichte ein so großes Bedürfnis nach Zusammenarbeit zwischen Menschen und Gruppen, Gesellschaften und Nationen. Die Krise wurde heraufbeschworen durch die Vernachlässigung und die Gier, mit der wir unseren Planeten behandelt haben.
Leseprobe aus dem Buch Stirb, bevor du stirbst: Über das Abenteuer der Transformation von Reshad Feild
ch frage mich, wie viele von euch das Gefühl haben, dass wir heute sehr nahe am Ende eines Zyklus stehen. Es ist, als wären wir in diesen letzten Jahren auf einer Welle geritten, hätten Erfahrungen gewonnen und uns an den Punkt gebracht, wo wir vielleicht tatsächlich etwas tun können gegen all das, was falsch läuft in der Gesellschaft, in Gruppen und am allermeisten in uns selbst. Zum Teil haben wir uns verändert und transformiert, wie wir es bis vor Kurzem noch nicht für möglich gehalten hätten. Doch wie viel von der Transformation, die wir in uns selbst erfahren haben, ist durch uns in den Boden des Planeten gesickert? Welche wirkliche Veränderung können wir in der Welt um uns herum sehen? Brauchen wir irgendein neues Verständnis, damit das, was wir in uns selbst fühlen, sich in der Welt um uns herum und in der Gesellschaft ausbreiten kann?
Leseprobe aus dem Buch Stirb, bevor du stirbst: Über das Abenteuer der Transformation von Reshad Feild
Ich möchte die Prophezeiung wagen, dass die Tage des Nichthandelns vorbei sind. Während die alte Ordnung unserer Zivilisation unsanft zum Erliegen kommt, wir zu verstehen beginnen, dass viele der traditionellen Energiequellen beinahe aufgebraucht sind, und wir der Tatsache gewahr werden, dass wir die Antworten noch nicht gefunden haben, dank derer dieser Planet weiterexistieren kann, wird bald eine Zeit anbrechen, da die Menschheit einen der größten Schritte in der Evolution auf diesem Planeten überhaupt machen wird.
Die Krise wurde heraufbeschworen durch die Vernachlässigung und die Gier, mit der wir unseren Planeten behandelt haben.
Wahrscheinlich bestand zu keiner anderen Zeit der Geschichte ein so großes Bedürfnis nach Zusammenarbeit zwischen Menschen und Gruppen, Gesellschaften und Nationen. Die Krise wurde heraufbeschworen durch die Vernachlässigung und die Gier, mit der wir unseren Planeten behandelt haben. Jetzt ist der Mensch plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass er für die Bewahrung des Planeten verantwortlich ist und dass es zu spät sein könnte, wenn er seine Verpflichtung nicht bald einlöst.
Eigentlich sind zwei Kräfte im Spiel: eine, die denkt, die Menschheit sei kein passendes Vehikel mehr, um die Rolle des Erhalters des Planeten weiter zu übernehmen, und eine andere, die glaubt, dass der Mensch den Schlüssel darstellt. Ich bin von Letzterem überzeugt; aber wenn der Mensch seine Mission hier erfüllen soll, muss er fähig werden, von einem neuen Standpunkt, einer neuen Plattform aus zu handeln.
Das religiöse und spirituelle Sektierertum, das wir in der Vergangenheit kannten, muss aufhören.
Damit dies geschehen kann, muss das religiöse und spirituelle Sektierertum, das wir in der Vergangenheit kannten, aufhören. Die Tage des Jemandem-oder-etwas-»Folgens« sind vorbei, und die Tage des »wirklichen Lernens« sind für uns nun angebrochen. Das Leben ist der einzige Lehrer, hier, in diesem Augenblick; und wir können, wenn wir aufrecht im Leben stehen und wach für unseren Platz im System der Dinge sind, bloß Schüler sein. Es tauchen Lehrmethoden auf, die den Menschen an den Rand des Schwimmbeckens, an die Gestade des Verstehens bringen, aber sie können ihn nicht in die Wasser des Lebens entlassen, und so welken diese Lehren und sterben ab.
Nur der Mensch selbst, und durch sich selbst, kann den Sprung ins Wasser des Lebens machen. Systeme, Religionsformen und spirituelle Gemeinschaften waren der Menschheit in der Vergangenheit außerordentlich nützlich, um uns an diesen Punkt, hier und jetzt, zu bringen, an dem wir fähig werden, all das loszulassen, was wir dachten zu sein, und schließlich die Natur dessen zu entdecken, wer und was wir sind, das heißt, fähig werden zur Selbsterkenntnis. Kein Mensch kann uns sagen, wer wir sind, aber wir können dahin gebracht werden und die notwendigen Fähigkeiten gelehrt werden, um uns unserer wahren Natur zu stellen.
Obwohl wir schlafend hierhergebracht wurden, ist dies offensichtlich nicht einfach ein Resultat des »Zufalls«.
Viel ist geschrieben worden über den Zusammenbruch der Energiequellen, die dazu gedient haben, die alten Technologien und Ordnungen aufrechtzuerhalten. Es scheint, als sei es im evolutionären Prozess nun zu einem Sprung gekommen, der uns in eine noch nie dagewesene Krise stürzt. Durch die konvergierende Spirale der Zeit – die wir zu spät als solche erkannten, um die Kontrolle behalten zu können – in die Gegenwart katapultiert, wachen wir jetzt auf, sensibilisiert und in einem Maß verändert, wie wir es bis vor Kurzem für unvorstellbar hielten, und fühlen uns auf des Messers Schneide, auf der schmalen Brücke über einem reißenden Strom. Und obwohl wir schlafend hierhergebracht wurden, ist dies offensichtlich nicht einfach ein Resultat des »Zufalls«. Hinter all den Plänen muss es einen Plan geben, der unserer Bestimmung hier auf dem Planeten Erde zugrunde liegt.
Wir stehen an der Schwelle. Hinter uns liegt eine große Vergangenheit, die unser bisheriges Leben geformt hat und die Plattform bildet, auf der wir heute stehen, die selbst aber kaum breiter ist als eine Rasierklinge. Vor uns liegt, was kommen muss und uns genauso unbekannt ist wie den vorangegangenen Generationen, aber sehr viel dringender.
Es besteht eine sehr ernst zu nehmende Gefahr, dass unser Planet das Leben nicht weiter unterstützen wird, außer wir leisten im wahren Sinn des Wortes eine bestimmte »Arbeit«, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Das großartige technologische System menschlicher Organisation und Gesellschaft befindet sich jetzt in einem kritischen Zustand der Instabilität, sodass ein versehentliches Zusammentreffen von Betriebsstörungen in einer großstädtischen Konzentration einen katastrophalen Prozess heraufbeschwören könnte, der die höchst entwickelten Gesellschaften lähmen und den Tod von Millionen von Menschen zur Folge haben könnte. Träte eine solche Katastrophe ein, könnten leicht die Hälfte der Menschen auf der Welt davon betroffen sein und Hunderte von Millionen dabei umkommen.
Es besteht eine sehr ernst zu nehmende Gefahr, dass unser Planet das Leben nicht weiter unterstützen wird, außer wir leisten im wahren Sinn des Wortes eine bestimmte »Arbeit«, um das Gleichgewicht wiederherzustellen, das in so großem Ausmaß verloren gegangen ist. Die Empfindung der Dringlichkeit wird für jeden offensichtlich, der den Mut hat, aufzuwachen und die Situation zu betrachten, wie sie wirklich ist. Aber es besteht die Gefahr, dass, wenn sich die Situation weiter verschlimmert, ohne dass die Menschen dies wirklich begreifen, unser Aufwachen schließlich zu einem derartigen Schock führen wird, dass Panik ausbrechen und das ökonomische System über Nacht weltweit zusammenbrechen könnte und so die wirtschaftlichen und sozialen Organisationen zerstört würden, die bis jetzt eine gewisse Ordnung in unseren Ländern aufrechterhalten haben.
Es besteht eine sehr deutliche Uneinigkeit in der Denkweise, doch überall gibt es ein Erwachen für die apokalyptische Botschaft unserer Zeit.
Während meiner jüngsten Reisen in Europa und den Vereinigten Staaten mit dem Zweck, verschiedene spirituelle Gruppen zusammenzuführen, wurde mir deutlich klar, dass die westliche Welt grob gesprochen in zwei Fraktionen zerfällt – in jene, die die wirklichen Probleme, die der gegenwärtigen Krise zugrunde liegen, spüren, und in jene, die Wnden, dass im Prinzip alles so sei, wie es soll, und die es vorziehen, abzuwarten und zu sehen, was geschehen wird. Dabei scheint es keinen Unterschied zu machen, ob wir über die sogenannte orthodoxe Welt sprechen oder über spirituell orientierte Gruppen. Es besteht eine sehr deutliche Uneinigkeit in der Denkweise, doch überall gibt es ein Erwachen für die apokalyptische Botschaft unserer Zeit.
© The Literary Estate of Reshad Feild 2026
Deutsche Übersetzung © Chalice Verlag 2026
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